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MünzlexikonAbschläge: zu Prüfzwecken hergestellte Material- und Motiv- Proben von Münzen. Aureus: römische Goldmünze im Wert von 25 >Denaren. Ursprünglich von Julius Caesar aus erbeuteten gallischen Gold geprägt. Der Aureus wurde durch den Solidus (Münzreform Konstantins) abgelöst. Ausbeutemünzen: benannt nach ihrem Hinweis (Bild oder Text) auf Edelmetall- Ausbeute. Neben Bergwerk- Darstellungen gehören dazu auch die goldenen Fluß- >Dukaten Avers: international übliche Bezeichnung für die Vorderseite einer Münze (franz.) Bimetall-Münzen: zwei für sich vorbereitete Stücke einer Münze (z. B. Ring und Mittelstück) werden durch Prägedruck unlösbar miteinander verbunden. Wegen der Fälschungssicherheit findet dieses Herstelllungsverfahren auch bei der Euro-Währung Anwendung. Brakteat: mittelalterlicher Pfennig, der seit dem 17. Jhd. aus dünnen Silberplättchen geschlagen wurde (nur einseitig). Bullion/Billon: die antiken Billon-Münzen waren aus minderwertigen >Legierungen, die durch Weißsieden das Aussehen hochwertiger Münzen erreichten. Auch die Münzen der >Kipperzeit zählt man dazu. Als Bullion-Coins bezeichnet man heute dagegen Münzen aus praktisch reinem Edelmetall (meist >Unzen) Denar: die aus dem römischen Reich abgeleitete Einheit für Silbermünzen (Denarius = Zehner) bildete die Grundlage des mittelalterlichen Geldwesens (= 1/12 Schilling). Dime: Bezeichnung für das US 10 Cent Stück, das auf das französiche Wort Décime (dix centimes) zurückgeht. Der Décime war nach der französischen Revolution als Bronzemünze geplant. Dollar: Währungseinheit, z. B. USD in den Vereinigten Staaten, die auf den Begriff >Taler zurückgeht. Drachme: seit ca. 600 vor Chr. in Griechenland auftretende Bezeichnung für Silbermünzen. Der Tetradrachme (vierfache D.) war die bedeutendste Groß- Silbermünze der griechischen Staaten. Dukat: nach den in Venedig (seit 1284) geprägten Zecchinen benannten Goldmünzen, die im 16 Jhd. endgültig die Goldgulden verdrängten (1 Dukat = 3,5 g). ECU: Abkürzung für die europäische Währungseinheit (European Currency Unit), die 1979 eingeführt wurde. Die Einheit ECU wurde mit der Wirtschafts- und Währungsunion durch den Euro abgelöst. Die zeitweise herausgegebenen ECU-Gedenkmünzen sieht man heute in Fachkreisen eher als Pseudoprägungen an, da der ECU kein eigenständiges Zahlungsmittel, sondern nur eine Verrechnungseinheit war. Elektron: eine natürliche >Legierung aus Gold und Silber (60/40) und daher eines der ersten Münzmetalle. Erstabschlag: siehe unter Münzbewertung Feingewicht: Münzen bestehen fast ausschließlich aus >Legierungen, so daß bei Stücken mit Edelmetall- Anteil dieser gesondert durch das Feingewicht angegeben wird. Das Gesamtgewicht (auch Rauhgewicht) besteht also aus dem Feingewicht und einem Restgewicht. Feinunze: siehe Unze Gedenkmünzen: im Gegensatz zu >Kurantmünzen, werden diese zu Gedenkfeiern und aktuellen Themen geprägt und sind vornehmlich nicht für den Umlauf bestimmt. Gegenstempel: der Teil einer Münze wird durch einen zweiten Stempel oder Punze gekennzeichnet. Dadurch können Münzen für andere Zwecke in Umlauf gebracht werden (z. B. hat man in der Schweiz im 19. Jahrhundert große Mengen französischer Münzen zu kursgültigem Geld gegengestempelt). Goldmark: Sammelbegriff für die Reichsgoldmünzen aus dem Deutschen Kaiserreich ab 1871 in Form von 5, 10 und 20 Mark Stücken (Feinheit 900/1000). Goldmark ist im Volksmund auch die Bezeichnung für die 1 DM Goldmünze zum Währungsabschied der Deutschen Mark aus dem Jahr 2001 (12 Gramm Feingold .999) Goldwährung: die im Umlauf befindliche Geldmenge (Münzen, Banknoten) ist durch Gold gedeckt (Goldreserve, Golddevisen). Bis zum Anfang des 20 Jhd. hatten wir sogar Goldumlauf- Währungen, d. h. es befanden sich Goldmünzen tatsachlich als Zahlungsmittel im Umlauf (z. B. 5, 10, 20 Goldmark). Die Goldwährung befindet sich im Widerspruch zur modernen Geldtheorie. (>Stackelberg) Gulden: Einheit im >Münzfuß. 2 Gulden sind i.d.R. 1 Taler. Groschen: ursprünglich die erste größere Silbermünze des Mittelalters (ab 1266); entsprachen etwa dem zwölffachen Wert eines >Pfennigs. Heller: Bezeichnung einer Kleinmünze (dem Pfennig entsprechend), die urkundlich zum ersten mal in Schwäbisch-Hall geschlagen wurden. Helling/Helbling: aus Niedersachsen kommender Begriff für die Hälfte eines Pfennigs, durch den >Scherf verdrängt. Kipper und Wipper: In der Mitte des 16. Jahrhunderts kamen Spekulanten auf die Idee, die überwertigen Münzen mittels einer Waage (Wippe) auszusondern und gewinnbringend einzuschmelzen (kippen). Vollwertiges Geld verschwand vom Markt und wurde durch schlechteres ersetzt (Heckengeld), was zu einer Inflation führte. Alle Welt begann nun, mit Geld zu handeln. Die erste große Inflation in Deutschland war einer der Auslöser für den Prager Fenstersturz 1618 und damit den Beginn des 30-jährigen Krieges. Um 1623 setzte eine Prozesswelle ein, die die Schuldigen (leider meist nur die kleinen Münzmeister) ahndete. Das Münzwesen wurde später durch >Scheide- und Kupfermünze revolutioniert Klippen: aus dem Schwedischen kommender Begriff für rechteckige bis quadratische Münzen (Verwendung in Notzeiten oder auch für Prämierungen). Konventionsfuß: ein >Münzfuß, der auf Grund eines Vertrages beschlossen wurde. Kopeke: hunderste Teil des Rubel, also der russische Pfennig. Verdrängte im 18 Jhd. die Denga (1/2 Kopeke) Kreuzer: beliebte Umlaufmünze im Wert von 4 Pfennigen (Altdeuschland und Österreich) Krugerrand, Krügerrand: beliebte Goldmünze aus Südafrika Kurantmünzen: Begriff für Kursmünzen, die im Gegensatz zu >Gedenkmünzen als Zahlungsmittel für den Umlauf geprägt werden. Legierung: Mischung verschiedener Metalle. Um die Widerstandsfähigkeit einer Münze zu erhöhen, werden >Ronden aus besonderen Legierungen hergestellt Magnimat: ist der Markenname für ein Dreischichten- Werkstoff. Sein Vorteil liegt in der Fälschungs- Sicherheit. Insbesondere eignen sich derartige Prägungen für den Automaten- Einsatz. Für die künftigen deutschen Euromünzen wird dieses Material ebenfalls eingesetzt. Marken: siehe >Token Matrize: die Prägestempel für die Münzherstellung nennt man auch Matrizen (nach rund 100.000 Exemplaren verschlissen). Da von einer Urmatrize zahlreiche Matrizen abgenommen werden können, sind die Münzbilder alle gleich. Medaillen: Im Unterschied zu >Münzen besitzen Medaillen keinen Nominal- Wert. Sie werden (wurden) nicht als Zahlungsmittel ausgegeben, sondern als Auszeichnung, zu Gedenkfeiern u.ä. In Fachkreisen ist das Sammelinteresse für Gepräge nach 1955 gering. Metallwert: wird vom Edelmetall- Gehalt einer Münze bestimmt (in >Feingewicht) angegeben. Die Preise für Edelmetalle werden an der Börse festgelegt. Münzbuchstabe: siehe >Münzzeichen Münze: Im Unterschied zu einer Medaille besitzt eine Münze immer einen nominellen >Wert, z. B. 5 DM. Daher haben (hatten) echte Münzen immer eine Eigenschaft als Zahlungsmittel. Münzfuß: Ordnung für das Münzwesen. Der preußische Münzfuß unter Friedrich der Große legte z. B. fest, das aus der Kölner Mark mit 234 Gramm Silber 14 preußische Taler geprägt werden. Münzkonvention: siehe >Konventionsfuß Münzregal: auch Münzhoheit, ist das Recht, Münzen zu prägen. Früher meist das Privileg der Könige und Landesfürsten, nimmt diese Aufgabe heute der Bund (BMF) war. Im Unterschied zu den Münzen besitzt die Bundesbank das Monopol für die Banknoten. Das Münzregal bleibt auch nach der Euro- Union bei den nationalen Regierungen. Münzunion: zwischenstaatliche Verträge über die gegenseitige Angleichung des Münzwesens, >Konventionsfuß Münzverein: >Münzunion Münzzeichen: im Mittelalter aufkommende Kennzeichnung der Münzen mit kleinen Symbolen oder Buchstaben. Jeder Münzmeister hatte sein eigenes Meisterzeichen. Später wurde diese Tradition von den Prägeanstalten übernommen (Prägezeichen, >Prägebuchstaben). Nickel: Münzemetall, aber auch umgangssprachliche Bezeichnung für das US 5 Cent Stück. Nominalwert: ist der auf einer >Münze angegebene Wert in einer Landeswährung (z. B. 5 Dollar) Notgeld: wenn offizielle Zahlungsmittel knapp wurden oder nicht zur Verfügung standen (z. B. in Kriegszeiten), wurde auf Ersatz- Materialien zurückgegriffen. So gab es auch im 20 Jhd. Notgeld aus Stoff und Holz. (meist Städte-Notgeld). Numismatik: die Wissenschaft von der Münze und ihrer Geschichte. Hilfswissenschaften, wie z. B. die >Sphragistik, zählen dazu. Obulus: im griechischen Altertum die Bezeichnung für eine Tausch-Handelsmünze aus Eisen; heute für kleine Geldbeträge übernommen. Oxydation: die Reaktion von Metall- Bestandteilen einer Münze mit der Luft. Die Münze verfärbt sich oder entwickelt Grünspan (Silber). Palladium: das zur Gruppe der Platin- Metalle gehörende Edelmetall ist mindestens 100 mal seltener als Gold und damit das seltenste Edelmetall überhaupt. Es ist ausgesprochen widerstandsfähig und kann Wasserstoff bis zum 3000fachen seines Gewichts aufnehmen. Palladium wird in jüngster Zeit besonders in der High-Tech-Industrie verwendet (z. B. Katalysatoren). Größter Produzent der Welt ist Rußland. Patina: Oberflächenschicht, die sich durch >Oxydation bei alten Münzen entwickelt hat. Historische Münzen sollte man auf keinen Fall reinigen, denn die Patina gehört hier immer dazu. Pfennig: seit dem 8. Jhd. die deutsche Hauptmünze aus Silber (urspr. 1,5 g), die silbernen Pfennige sanken im 16. Jhd. zur unedlen >Scheidemünze herab. Piaster: In Europa gebräuchlicher Name für den spanischen Peso und damit viele abgeleitete Groß- Silbermünzen (z. B. in Italien und Indochina/Frankreich). Piaster kursierten als Währung auch im alten Ägypten. Piedfort: >Abschlag mit speziell gefertigten Rohlingen (doppelte Dicke) Polierte Platte: siehe unter Münzbewertung Portugaleser: Name für vor allen in Nord- Deutschland im 16. Jhd. hergestellte Goldmünzen (35 gr). Vorbild war die portugiesische Goldmünze Portuguez. Prägebuchstabe: Auf der Münze aufgebrachter Buchstabe. Dieser liefert den Hinweis, in welcher Prägeanstalt die Münze geprägt wurde. In Deutschland sind bzw. waren folgende Buchstaben im Gebrauch: A=Berlin, B=Hannover (später Wien), C=Frankfurt/M., D=München, E=Dresden (später Muldenhütten), F=Stuttgart, G=Karlsruhe, H=Darmstadt, J=Hamburg, T=Tabora (Kolonialreich), siehe auch >Münzzeichen Prägezeichen: siehe >Münzzeichen Primitivgeld: Bezeichnung für vormünzliche Zahlungsmittel oder frühe Geldformen (z. B. Kleider- oder Schmuckgeld). Rändelung: die Riffelung des Randes einer Münze diente in der Vergangenheit dem Schutz vor Beschneiden und ist ein Überbleibsel aus der Silbermünzen- Zeit. Ein Abtragen hätte hier zu minderwertigen Stücken durch Verlust an Edelmetall geführt. Quarter: Bezeichnung für das US-amerikanische Viertel Dollar Stück. Revers: international übliche Bezeichnung für die Rückseite einer Münze (franz.) Rohling: siehe >Ronde Ronde: aus diesen Metallscheiben werden durch beidseitige Prägung mit Stempeln die Münzen und Medaillen hergestellt. Rupie: altes indisches Zahlungsmittel, was sich aus der Sanskrit- Sprache ableitet (rupa: Vieh, Herde). Für deutsche Sammler sind die Rupien der Ostindien- Gesellschaft von besonderem Interesse. Sammlerwert: ist der ideelle Wert einer Münze. Dieser wird bestimmt durch Faktoren wie >Erhaltung, >Seltenheit und Nachfrage Scheidemünze: historische Kleinmünzen, deren Materialwert geringer ist als der aufgeprägte >Nennwert (auch als das erste Kreditgeld zu sehen). Sie hatten den Vorteil, dass kleine Wertdifferenzen bei den Handels- Geschäften ausgeglichen werden konnten. Scherf: die kleinste Münze, ein anderes Wort für >Obulus Schilling: als Einheit erstmals im karolingischen Zeitalter benutzt. 20 Schilling waren ein karol. Pfund. Seitdem taucht der Begriff in den unterschiedlichsten Währungen auf. Schrötling: siehe Rohling Seltenheit: nicht die nominelle Auflage legt die Seltenheit eines Sammelstückes fest, sondern die tatsächliche Verfügbarkeit am Markt. Bei älteren Münzen können hohe Katalog- Angaben irreführen. Durch die Wirren der Zeit sind teilweise erhebliche Bestände vernichtet worden. (z. B. ca 50 % der Goldmünzen aus dem Kaiserreich, Ende 1944 waren z. B. nur noch 76 % der 5 RM Hindenburg im Umlauf). Sesterzen: römischer Begriff für Kleinmünzen, vorzugsweise aus Bronze Stackelberg: Mitbegründer der modernen Geldtheorie. Die Geldmenge ist nicht durch Gold gedeckt, sondern an das Brutto- Sozialprodukt (gesamte Wirtschaftsleistung) gekoppelt. Stempelglanz: siehe unter Münzbewertung Sterling: Bezeichnung für hochwertiges Silber .925, die auf den griechischen Begriff Stater zurückgeht (reine Münze) Strichproben: frühes Verfahren zur Überprüfung der Metallanteile von Münzen, gleiche Färbung mit dem entsprechenden Referenzstrich ließ die Legierung erkennen. Sphragistik: Begriff für die Siegelkunde, die als wichtigste Hilfswissenschaft im engen Zusammenhang mit der >Numismatik steht. Siegel als Eigentums-Zeichen gehören zu den ältesten Zeugnissen der Zivilisation und kennzeichneten die ersten Münzen und deren Vorläufer. Taler: die Grafen Schlick in Joachimsthal in Böhmen ließen aus dem Ertrag ihres Bergwerks 1518 erstmals Guldengroschen prägen. Schnell eroberte der Joachims-Thaler über die damals aufstrebende Leipziger Messe die Herzen der Kaufleute. Die meisten Münzstände nahmen sich der Idee schnell an; der Thaler wurde damit zu eine der bedeutensten Währungen der Münzgeschichte (siehe auch >Dollar). Die ersten Großsilbermünzen entstanden jedoch erstmals in der Münzstätte Hall (1486). Teilstücke: hiermit sind Münzen gemeint, die einen Teilwert des Talers haben. Auf Grund des Währungs-Wirrwarrs in dieser Epoche war eine doppelte Währungsangabe (z. B. 30 Einen Taler) üblich. Token: eine Art Notgeld der Kaufleute, die damit im 17. und 18. Jhd. insbesondere in England die fehlenden >Scheidemünzen ersetzten. Unze: die Unica war im römischen Reich der 12. Münzteil des Ass. Daraus entstand das klassische Edelmetall-Gewicht von 1 Unze (onze) 31,10348 g Vereinstaler: Bezeichnung für den letzten Talertyp in deutschen Staaten, der auf Grund der Wiener Münz- >Konvention 1857 entstand (30 Taler aus einem Pfund Feinsilber). 1908 verloren die letzten Vereinstaler im Deutschen Reich ihre Gültigkeit. Wampum: umgangsprachliche Bezeichnung für Bargeld, ursprünglich aber früheste Geldform in Nordamerika: Muschel-/ Perlengeld der Indianer und Siedler Wert: Wenn man über den Wert einer Münze spricht, so gibt es drei Möglichkeiten: >Nennwert oder auch Nominalwert, >Sammlerwert und >Metallwert Wipper: siehe >Kipper Witten: weißer Pfennig, 1340 eingeführte Silbermünze (1,3 g) im Wert von 4 >Pfennig. Bis 1410 als Hauptmünze des Wendischen Münzvereins geprägt |
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