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TalerVom Taler zur Mark - Eine Währungsgeschichte Die Einführung des Euro als neue Währung ist ein bedeutsamer Schritt in der Geschichte des Geldes, aber nicht völlig neu. Schon in der Vergangenheit gab es weitreichende Umstellungen. Von großer Bedeutung für die deutsche Geldgeschichte war die Einführung der Mark. Vor gut 200 Jahren, am 22. März 1797, wurde eine Persönlichkeit geboren, die auch numismatisch großen Einfluß auf die deutsche Geschichte nehmen sollte: Wilhelm I von Preußen. Bereits 1813/14 nahm er an der Seite seines Vaters Friedrich Wilhelm III. am Befreiungskrieg teil. In den Revolutionstagen des März 1848 drängte er seinen regierenden Bruder Friedrich Wilhelm IV. dazu, den Aufstand Berliner Arbeiter und Bürger militärisch niederzuschlagen. Vor der aufgebrachten Bevölkerung flüchtete er nach England. Nach seiner Rückkehr wurde er Generalgouverneur der preußischen Rheinlande in Koblenz. Fern vom Geschehen am Potsdamer Hof freundete er sich mit den vergleichsweise liberalen Ideen seiner Frau Augusta an, die aus dem Hause Sachsen-Weimar stammte. Am 7. Oktober 1858 trat Wilhelm I die Regentschaft für seinen geisteskranken Bruder an. Als Friedrich Wilhelm IV. am 2. Januar 1861 starb, wurde der Kronprinz Wilhelm I. König von Preußen. Die Krönung in der Königsberger Schloßkirche wurde mit der berühmten Gedenkmünze des 19. Jh., dem Krönungstaler, gewürdigt. Avers sind das Königspaar Wilhelm I. und Augusta mit Krönungsornat abgebildet, revers findet man die berühmte lateinische Inschrift SUUM CUIQUE (Jedem das Seine). Um sein Gottesgnadentum aber auch seine Unabhängigkeit von der Kirche zu betonen, hatte Wilhelm I. sich selbst die Krone auf den Kopf gesetzt.
Die von Wilhelm I eingeleiteten Heeres- Reformen stießen im liberalen Abgeordnetenhaus auf Widerstand. Als Ausweg schlug der Kriegsminister General von Roon einen Mann als Minister- Präsidenten vor, der sich später schnell als Machtpolitiker entpuppen sollte: Otto von Bismarck. Die Blut und Eisen-Politik Bismarcks führte zur Annektion Schleswig- Holsteins und 1866 zum Krieg gegen Österreich, dessen Streitkräfte bei Königsgrätz besiegt wurden. Es folgte die Annektion des Königreichs Hannover, des Kurfürstentums Hessen- Kassel, des Herzogtums Hessen- Nassau und der Freien Reichsstadt Frankfurt. Ein Jahr später wurde der Norddeutsche Bund gegründet. Bismarcks Blut und Eisen- Politik richtete sich nunmehr gegen Frankreich: 1870 kam es zum deutsch- französischen Krieg, der mit der Proklamation Wilhelms I. zum ersten deutschen Kaiser im Spiegelsaal von Versailles seinen überaus erfolgreichen Abschluß fand. Der Siegestaler von 1871 zeigt revers die thronende Borussia (lat. Preußen) mit Krone, Schwert und Adlerschild.
Mit dem Gesetz betreffend die Ausprägung von Reichs- Goldmünzen vom 4. Dezember 1871 hatte der Währungs- Wirrwarr im Deutschen Reich ein Ende: die Mark löste die verschiedenen Währungen ab, wie z. B. die Vereinsmünzen, Kronen- und Konventionstaler sowie viele alte Landesmünzen. Das gemeinsame Merkmal aller Kaiserreich-Münzen wurde nicht das Herrscherportrait, sondern der Reichsadler. Sicherlich hat die Reichsgründung einen Großmacht- Rausch ausgelöst. Doch Wilhelm I. blieb ein Symbol preußischer Schlichtheit und Vornehmheit.
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